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Antrag zu Menschenschicksale

Menschenschicksale im Kreis Paderborn während der NS- Zeit

Der Landrat legt ein Konzept zur Erstellung einer Dokumentation über Einzelschicksale von Menschen im Kreis Paderborn während der Zeit des Nationalsozialismus vor. Diese Dokumentation enthält Beispiele aus allen Städten und Gemeinden im heutigen Kreis Paderborn. Sie soll am Ende sowohl in elektronischer- als auch in Buchform vorgelegt werden und die Verbrechen des NS- Regimes ebenso entlarven, wie sie Zivilcourage, Mut und Toleranz von Mitmenschen zeigen soll.

 

Begründung:

Jedem verständigen Menschen ist klar, dass der 2. Weltkrieg und der Holocaust als die schlimmsten Menschheitsverbrechen nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Namentlich die Ursachen und das Gedenken an die Opfer müssen vielmehr weiter getragen werden, damit sich die Geschichte auch nur in Ansätzen nicht wiederholen kann. Der vorliegende Antrag trägt siebzig Jahre nach Kriegsende diesem Umstand Rechnung. Er berücksichtigt darüber hinaus die Tatsache, dass die Monströsität der Verbrechen von den jungen Menschen allenfalls anhand von Einzelfällen begriffen werden kann. Zudem sterben in diesen Jahren gerade die für eine überzeugende Aufarbeitung unverzichtbaren letzten Zeitzeugen. Insofern können derzeit gerade noch mit ihrer Mitwirkung unwiderlegbare Nachweise für das Geschehene gesichert werden.

Die Frage der „Täter“ soll außerhalb des ohnehin allgemein Bekannten bei der Umsetzung dieses Antrags keine Rolle spielen. Als Beispiel für das Gelingen dieses Vorhabens kann durchaus die Dokumentation von Hubert Schier aus 2004 gelten mit dem Titel:

„Menschenschicksale zur Zeit des Nationalsozialismus in der Senneregion. Ein Beitrag zur Aufarbeitung einer Geschichtsepoche.“

Der Autor wurde dafür mit dem Ehrenamtspreis des Kreises Paderborn ausgezeichnet