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Pressemitteilung

Die SPD forciert die Erinnerung an NS- Verbrechen – Letzte Zeitzeugen sollen Einzelschicksale belegen

Die Dokumentation von menschlichen Einzelschicksalen im Kreis Paderborn während der NS- Zeit ist das Ziel eines Antrags der SPD- Kreistagsfraktion. Er wurde zuletzt vom Kreistag einmütig zur weiteren Beratung an den Kulturausschuss verwiesen. Fraktionschef Bernd Schäfer zur allgemeinen Begründung: „Es geht uns dabei insbesondere um die Sicherstellung von Erlebnissen der letzten noch

lebenden Zeitzeugen. Derartig überzeugende Beweise halten wir für eines der Instrumente in der künftigen Auseinandersetzung mit Neonazis, Unbelehrbaren oder Holocaustleugnern.“

 

Gunda Köster, eine der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, nimmt gerade die nachwachsenden Generationen an Kindern und Jugendlichen in den Blick: „Es ist schon die Frage, ob diese die allgemeinen Informationen über die Verbrechen zur Nazizeit wegen deren Monströsität überhaupt begreifen können. Persönlich nachvollziehbare Einzelschicksale am Wohnort erreichen dagegen die Menschen in ihrem Inneren sicher eher."

 

Die Sozialdemokraten möchten – auch die teils bekannten und bereits recherchierten – Einzelfälle aus allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden zusammengetragen und dokumentiert haben. Diese Fälle sollen am Ende sowohl in elektronischer- als auch in Buchform erhältlich sein. Die Verbrechen des Nazi- Regimes sollen darin entlarvt, aber auch Zivilcourage und Mut von Mitmenschen gezeigt werden.

 

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Wolfgang Scholle: „Namentlich die Ursachen der Nazi- Gräuel wie auch das Gedenken an die Opfer müssen weiter getragen werden, um eine Wiederholung auch nur in Ansätzen zu vermeiden. Um dabei noch mehr die Erlebnisse von Zeitzeugen einzubinden, ist derzeit praktisch die letzte Chance.“

 

Als Beispiel für das gute Gelingen solcher Projekte verweisen die Sozialdemokraten auf die Untersuchung von Hubert Schier 2004 über „Menschenschicksale zur Zeit des Nationalsozialismus in der Senneregion“ und auf die aktuelle Veröffentlichung von Martin Kolek über „Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene im Raum Delbrück“.