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Pressemitteilung zum Theater

Theater Paderborn schafft nach SPD-Anfrage „Evacchairs“ an. Sicherheit gehandicapter Personen ist gewährleistet


Heike Krömeke war überrascht. Im Herbst 2016 wollte sie für sich und ein paar Freundinnen Karten für das Theater Paderborn kaufen. Zum Problem wurde allerdings, dass eine Frau aus dem Bekanntenkreis im Rollstuhl sitzt. Aus brandschutztechnischen Gründen bekam die in ihrer Mobilität eingeschränkte Rollstuhlfahrerin keine Karte.

 

Krömeke, die gleichzeitig SPD-Kreistagsabgeordnete und stellvertretende Kulturausschussvorsitzende im Paderborner Kreistag ist, hakte nach und hatte nun Erfolg. „Die damalige Aussage war, dass meine Freundin zumindest etwas mobil sein müsse, damit ihr das Theater als Rollstuhlfahrerin ein Ticket verkaufen könne“, beschreibt Krömeke, die nach diesem Erlebnis im Kreistag eine entsprechende Anfrage zu den Sicherheitsstandards im Haus stellte.

 

In der Stellungnahme des Kreises Paderborn stellte sich heraus, dass der vom Bauherrn im Gebäude errichtete Fahrstuhl im Brandfall aus Sicherheitsgründen nicht zum Einsatz kommen dürfe. Eine Evakuierung von Personen in Rollstühlen müsse daher händisch, mit Hilfestellung des Personals, über das Treppenhaus erfolgen. Eine knifflige Sache, gerade in Notsituationen. „Deshalb wurde an der Kasse nach der Mobilität meiner Freundin gefragt“, weiß Krömeke heute.

 

Die vier Plätze für Rollstuhlfahrer sind im Theater Paderborn an der linken und rechten Seite der Reihe 14 vorgesehen. „Wichtig ist hierbei zu betonen, dass das Theater Paderborn in den letzten fünf Jahren nicht gegen geltendes Recht verstoßen hat. Eine Evakuierung über Fahrstühle ist in einem Gebäude dieser Art nicht vorgeschrieben. Trotzdem gab es hier natürlich deutlichen Verbesserungsbedarf“, betont Krömeke und freut sich, dass die entsprechen-den Maßnahmen nun abgeschlossen sind.

 

Mittlerweile verfügt das Theater Paderborn über so genannte „Evacchairs“. Das sind Stühle, die eine Evakuierung von mobilitätseingeschränkten Rollstuhlfahrern ermöglichen. „Es ist schön, dass das Theater auf meine Anfrage reagiert und die Stühle angeschafft hat. Sie sind ein unentbehrliches Hilfsmittel, mit dem im Notfall endlich auch rollstuhlgebundene Personen das Gebäude sicher verlassen können“, freut sich Krömeke.