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Pressemitteilung: Aufarbeitung des Stalag 326 und des sowjetischen Ehrenfriedhofs

SPD kritisiert den späten Zeitpunkt als politisches Trauerspiel

Am vergangenen Montag waren im Kreistag auch die Weiterentwicklung der Gedenkstätte Stalag 326 in Stukenbrock wie auch des dortigen Ehrenfriedhofs für die dort ca. 65.000 umgekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen ein Thema. Die Initiative mit dem Ziel der Anerkennung als national bedeutsame Gedenkstätte war gemeinsam von der Bezirksregierung und dem Regionalrat ausgegangen.  Der Kreistag unterstützte letztlich einmütig diese Initiative an das Land NRW und an den Bund.

 

Im Kreistag gab die SPD- Fraktion dazu eine Erklärung ab. Unter Hinweis auf die ungeheuren Opfer, darunter viele noch sehr junge Menschen, sei die sehr zu begrüßende Initiative zu einer angemessenen Aufarbeitung wegen der mehr als siebzig seitdem vergangenen Jahre doch gleichzeitig auch ein politisches Trauerspiel, so die SPD. Die Dokumentation der Ereignisse namentlich von 1941 bis 1945 werde sich schwierig gestalten, weil die meisten Zeitzeugen zwischenzeitlich verstorben seien. Überlebende, die etwa nach Russland zurückgekehrt waren, seien dort wiederum oft in den Lagern des GULAG umgekommen. Denn, so Fraktionschef Bernd Schäfer: „Für Stalin waren in zynischer Weise nur tote Kriegsgefangene auch gute Kriegsgefangene.“

 

In das Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit geriet der sowjetische Ehrenfriedhof lediglich 1989 durch den gemeinsamen Besuch von Hannelore Kohl, Christina Rau und Raissa Gorbatschowa am Rande eines Staatsbesuchs.   Bis dahin jedoch herrschte kalter Krieg und mit ihm das Verdrängen der Tatsache, dass Deutschland 1945 maßgeblich durch die sowjetische Rote Armee befreit worden war.

 

Über Jahrzehnte hinweg haben nach SPD- Auffassung eine Handvoll engagierter Menschen der Zivilgesellschaft und der Kirchen im Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ ehrenamtlich und entgegen der verbreiteten Ignoranz unverdrossen und würdig das Gedenken an die Opfer des Stalag 326 gepflegt.

Schäfer: „Sie haben für ihre Ausdauer und Zivilcourage jeden Dank und jede Anerkennung verdient“.


Bildquelle: "many barbed wire in the refugee camp with vintage effect" © ChiccoDodiFC, fotolila.com