· 

Anfrage zu den Migrationsdiensten im Kreis Paderborn

Im Rahmen der Förderung von flächendeckenden migrationsspezifischen Beratungsangeboten übernimmt der Bund die Finanzierung der Migrationsberatungen für erwachsene Zuwanderer (MBE) sowie der Jugendmigrationsdienste für junge Zuwanderer im Alter von 12 bis 27 Jahren (JMD). Dabei liegen die jeweiligen Zuständigkeiten bei dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Für die Durchführung der Beratungsdienste sind in der Regel die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zuständig.

 

Die Beratungsangebote von MBE und JMD richten sich in erster Linie an neu zugewanderte Migrantinnen und Migranten (hierzu zählen u.a. Spätaussiedler, EU-Bürger sowie Ausländer aus Drittstaaten mit einem dauerhaften oder befristeten Aufenthaltsstatus) und haben das Ziel, den Integrationsprozess durch eine intensive professionelle Einzelfallberatung (sogenannte „Case Management“) zu initiieren und zu unterstützen.


Seit 2016 übernehmen die MBE und JMD zusätzlich zu den herkömmlichen Migrantengruppen noch die Beratung von asyl- und schutzsuchenden Geflüchteten mit hoher Bleibeperspektive (z.B. aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia). Und das bereits während des Asylverfahrens. Und seit 2017 steht der JMD zusätzlich und generell allen asylsuchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung.

 Während sich in den letzten 5 Jahren die Zahl der anerkannten Flüchtlinge nach § 25 AufenthG allein im Kreis Paderborn mehr als verdoppelt hat (zwischen Januar 2017 und Mai 2018 ist die Zahl von 2222 auf 4182 Personen gestiegen – siehe Statistik*) und der Aufwand der Betreuung von nachgezogenen Familienangehörigen nach §§ 27-30 AufenthG sich ebenfalls erheblich erhöht hat, ist die Anzahl der Beratungsstellen sowie die Stellenanzahl der Beraterinnen und Berater im Kreis Paderborn nahezu unverändert geblieben. Die genannte Entwicklung überfordert die Beratungsstellen demnach aktuell erkennbar und bringt sie an ihre Belastungsgrenzen.

 

Um die mögliche personelle Bedarfslücke zwischen den Beratungsangeboten von MBE und JMD einerseits sowie den Beratungssuchenden im Kreis Paderborn andererseits zu ermitteln, bitten wir die Kreisverwaltung um die Beantwortung der folgenden 

Anfrage

  1. Wie viele Stellenanteile von MBE und JMD gibt es aktuell im Kreis Paderborn und bei welchen Trägern sind sie angesiedelt ?
  2. Wie viele Zugewanderte im Kreis Paderborn haben Anspruch auf die o.g. Beratungen (möglichst differenziert nach Migrantengruppen und ggf. nach Aufenthaltsstatus) ?
  3. Was ergibt die statistische Entwicklung der Beratungsfälle von MBE und JMD in den letzten 5 Jahren im Kreis Paderborn – wenn möglich jeweils nach Trägern und Beratungsstellen definiert ?